Gegen Gewalt an Frauen

An 16 Aktionstagen zwischen dem 25. November und dem 10. Dezember und an allen anderen Tagen des Jahres kämpfen wir für ein Ende von Gewalt an Frauen und damit für die Gleichstellung der Geschlechter.

Jan 3

Dec 8

Tag 14: Armutsbekämpfung ist auch Gleichstellungspolitik

Nach 50 Jahren schweizerische Entwicklungszusammenarbeit ist die Botschaft, Frauen als change agents zu integrieren, angekommen. Auch die Millenniumsentwicklungsziele der UNO für die Armutsbekämpfung umfassen zentrale Aspekte der Gleichstellung, konkret die Schulbildung für Mädchen, den Zugang von Frauen zur Geburtsmedizin, die Beteiligung von Frauen in der Erwerbsarbeit, die Vertretung von Frauen in politischen und wirtschaftlichen Gremien. Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass Frauen heute nicht mehr in der Opferposition wahrgenommen werden, sondern als Akteurinnen, Strateginnen und erfolgreiche  Handlungsträgerinnen gesellschaftliche Prozesse mitgestalten.

Veranstaltungstipp
Armutsbekämpfung ist auch Gleichstellungspolitik
17.00 - 19.30 Uhr Cinématte, Bern
Geschlechtergerechtigkeit und Women’s Empowerment in der 50jährigen Geschichte der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit. Podiumsdiskussion mit Lina Abou-Habib, Beirut/Libanon, Ueli Mäder, Professor für Soziologie an der Universität Basel und Anne Zwahlen, DEZA. Moderation Barbara Widmer, anschliessend Apéro Riche.
Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA; Interdisziplinäres Zentrum für Geschlechterforschung IZFG Universität Bern


Dec 5

Tag 11: Stopp Gewalt an Mädchen!

Millionen von Mädchen und Frauen weltweit erleben Gewalt. Sie werden vernachlässigt, geschlagen, beschnitten, vergewaltigt, zwangsverheiratet, umgebracht, abgetrieben, in die Prostitution und Sklaverei getrieben – weil sie Mädchen sind. Weltweit fehlen rund 100 Millionen Frauen und Mädchen, weil Gewalt ihr Leben frühzeitig beendet.

In zahlreichen Ländern wird die Geburt eines Mädchens als Belastung angesehen. Weibliche Föten werden gezielt abgetrieben oder Mädchen werden nach der Geburt getötet. Einmal auf der Welt werden Mädchen systematisch vernachlässigt. Sie erhalten weniger zu essen als ihre Brüder, werden seltener zum Arzt gebracht, müssen auf Schulbildung verzichten und schon früh Schwerstarbeit leisten.

UNICEF hat deshalb die Kampagne „Stopp Gewalt gegen Mädchen!“ lanciert. Hier können Sie sich daran beteiligen.

Veranstaltungstipp
Kinoveranstaltung “Die Fremde”
18.00, Kino City, Thun

UNICEF Schweiz und UN Women Schweiz präsentieren den KinoFilm “Die Fremde” mit Einführung durch Vertreterinnen der Organisationen. Der Film von Feo Aladag erzählt die Geschichte eines Ehrenmords. Die 25-jährige Deutschtürkin Umay (Sibel Kekilli) will nach der Flucht aus ihrem unglücklichen Eheleben in Istanbul in Berlin ein selbstbestimmtes Leben führen. Nach dem Bruch mit ihrem alten Leben und ihrer Familie versucht sich Umay nach einiger Zeit wieder mit ihrer Familie zu versöhnen, dabei erkennt sie nicht, dass es dafür bereits zu spät ist…


Dec 2

Die junge Künstlerin Kim Bollag aus Zürich hat für die Kampagne «16 Tage gegen Gewalt an Frauen» einen Musikvideoclip eingespielt. Im Stück mit dem Titel «Inneri Stimm» wird sexuelle Belästigung und Gewalt in Paarbeziehungen thematisiert. Dabei will der Song Frauen stärken und auffordern, für sich und ihre Bedürfnisse mit einer selbstbewussten «inneren Stimme» einzustehen.

Ebenfalls zum Thema Sexismus und Musik dreht sich der Beitrag der Woz mit BigZis mit dem Titel “Sich räkeln gegen die Einheitslogik”. Der Artikel ist online und kann hier gelesen werden.

Gewalt gegen Frauen sowie Sexismus in den Medien ist ein wichtiges Thema - auch für den heutigen Kunstabend “Mediale Gewalt an Frauen” in Zürich:

Veranstaltungstipp
Kunstabend “Mediale Gewalt an Frauen”
19.00 - 21.30 Uhr im Cabaret Voltaire, Spiegelgasse 1 in Zürich

Am Kunstabend zeigen junge Frauen und Männer, welche Klischees, Schönheitsideale und Rollenbilder die heutige Medienlandschaft den Frauen und Männern aufzwingt und wie sie als Frau oder Mann damit umgehen. Dies geschieht in kreativer Form mit Gedichten, Filmen, Bildern und persönlichen Aussagen.

Info: www.jungegruene.ch, ag.gleichstellung@gmail.com
Junge Grüne Zürich, Arbeitsgruppe Gleichstellung


Dec 1

Tag 7: Migrationspolitik ist auch Gleichstellungspolitik. Gleiche Rechte für alle!

Migrantinnen sind in der Schweiz besonders häufig von häuslicher Gewalt betroffen.
Abhängigkeiten jeglicher Art verschärfen die Situation von gewaltbetroffenen Frauen und Mädchen und erschweren das Vorgehen gegen und die Lösung aus der Gewaltsituation.
Migrantinnen, die von Gewalt betroffen sind, werden doppelt diskriminiert. Migrantinnen, die per Familiennachzug in die Schweiz kommen, verfügen über keine eigenständige Aufenthaltsbewilligung; diese ist in den ersten drei Jahren an das Bestehen der Ehe gekoppelt. Zum einen hindert diese Regelung gewaltbetroffene Migrantinnen daran, ihren Mann zu verlassen und Schutz und Beratung zu suchen. Zum anderen müssen diese Frauen nach der Trennung in ihr Heimatland zurückkehren. Das birgt neben der erneuten Entwurzelung für viele Frauen die Gefahr, aufgrund ihres “Ehebruchs” bedroht und verfolgt zu werden.

Junge Türkinnen, die in Basel aufgewachsen sind, wollen sich dreimal häufiger das Leben
nehmen als Schweizerinnen gleichen Alters. Das zeigen verschiedene Studien der Psychiatrischen
Universitätspoliklinik (UPK) Basel. Die Untersuchungen kommen zum Schluss, dass
unter 19-jährige türkische Migrantinnen ein viermal höheres Suizidversuchsrisiko tragen als
gleichaltrige Schweizerinnen. Bei den Türkinnen, die zwischen 20 und 24 Jahre alt sind, ist
das Suizidversuchsrisiko doppelt so hoch. Im Durchschnitt ist das Risiko also dreimal höher
als bei den gleichaltrigen Schweizerinnen. Die UPK Basel hat sich an einer weltweiten Studie
der Weltgesundheitsorganisation WHO zum gleichen Thema beteiligt, die zu einem ähnlichen
Ergebnis gekommen ist. Bereits 2010 hat eine Untersuchung in Berlin gezeigt, dass junge
Türkinnen mit Migrationshintergrund doppelt so oft Suizid begehen als gleichaltrige Frauen
aus deutschen Familien.

Veranstaltungstipp
“Wege aus der Gewalt - Perspektiven für junge Migrantinnen”
Anita Riecher-Rössler, Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel, stellt ihre Studienergebnisse zu Suizidversuchen von Migrantinnen der 1. und 2. Generation vor und diskutiert mit Fachpersonen.
Info: www.frabina.ch, www.isabern.ch
frabina, Beratungsstelle für Frauen und binationale Paare; isa, Informationsstelle für Ausländerinnen und Ausländerfragen


Nov 30

Tag 6: Kinder stärken, Risiken vermindern!

Häusliche Gewalt betrifft Kinder existentiell. Auch wenn sie selbst keine Gewalt erleben, befinden sie sich mitten im Gewaltgeschehen. Zu erleben, dass das eigene Zuhause nicht sicher ist, dass etwa die Mutter vor dem Vater Angst hat, Streit, Schläge, Demolierungen mitzuerleben, Drohungen zu hören – all dies in einem Alter, in dem jedes Erlebnis die Persönlichkeit mitprägt, kann massive Störungen verursachen. Dennoch verlieren nicht nur die Eltern, sondern auch Fachpersonen die Situation der Kinder, die in diesem Klima aufwachsen müssen, immer wieder aus den Augen. Vertiefte Studien zur Betroffenheit von Kindern werden im deutschsprachigen Bereich erst seit wenigen Jahren durchgeführt.

Die Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ thematisiert verschiedene Aspekte der Gewalt. Die Mitbetroffenheit von Kindern, ihre Bedürfnisse, ihre Zukunft ist einer davon. In der heutigen Veranstaltung in Root wird unter dem Titel „Risikokinder – Bleibe stark, egal was passiert“ die Thematik mit Film und Referat behandelt.

Veranstaltungstipp
“Risikokinder - Bleibe stark, egal was passiert”
19.00-21.00, Pfarreiheim, Schulstrasse 7, Root

Film und Referat zum Thema “Was stärkt und unterstützt Kinder, die zu Hause Gewalt erleben müssen?” Der Film “Risikokinder - Bleibe stark, egal was passiert” der Luzerner Regisseurin Ursula Brunner portraitiert die 19-29jährigen Jasmin, Harley, Bogdan und Remo, die als Kinder zu Hause Gewalt erlebten und heute trotzdem stark und engagiert im Leben stehen. Eindrücklich und berührend schildern sie, wie sie ihre von Gewalt geprägte Kindheit erlebt haben.

Info: www.frauenhaus-luzern.ch
Frauenforum Root; Bildungsstelle Häusliche Gewalt Luzern


Nov 29

Tag 5: Täterarbeit ist Opferschutz!

Gewalt gegen Frauen hinterlässt ein Opfer. Aber auch einen Täter. Opfer müssen geschützt werden, sie sollen Raum und Ruhe und Beratung erhalten. Doch die Täterseite ist ebenfalls wichtig: Täter müssen zur Verantwortung gezogen werden, müssen die Konsequenzen für ihr Handeln tragen. Darüber hinaus ist es wichtig, ihnen für die Zukunft gewaltfreie Lösungen zu zeigen, ihnen Instrumente in die Hand zu geben, damit sie ihr eigenes Handeln reflektieren und verändern können. Dies ermöglichen verschiedene Beratungsstellen und Männerseiten in der ganzen Schweiz - zum Beispiel das Männerpalaver: Mithilfe von Prävention und Austausch wird das Mann-Sein thematisiert, die Anforderungen der Gesellschaft, die eigene Rolle und der eigene Umgang damit.

Mehr zum Thema Täterarbeit im Text von Heinrich Müller, STOPPMännergewalt.

Veranstaltungstipp:
Männerpalaver Luzern
19.30-22.00 Uhr, Rathaus der Stadt Luzern, Am Kornmarkt

Too much. Was ist zu viel für die Beziehung? Was berede, erlebe ich mit einer Frau, was mit einem Mann?
Der Austausch über Lebenserfahrungen, Zuhören und Reflektieren lässt Männer in der Gemeinschaft Solidarität erfahren und wirkt sich auf die eigene Lebensführung aus.
Info: www.manne.ch, www.maennerpalaver.ch
Männerpalaver Luzern; Arbeitsgruppe des Mannbüros Luzern


Nov 28

Tag 4: Zivilcourage!

Die Kampagne 16 Tage gegen Gewalt an Frauen stellt nicht nur Forderungen an VerantwortungsträgerInnen in der Politik, sondern wendet sich auch an die ganze Gesellschaft: Jede und jeder von uns soll sich bewusst sein, dass ihr oder sein Handeln wichtig ist und Gewalt verhindern oder mindern kann. Das Stichwort heisst Zivilcourage. Dabei müssen wir nicht zwingend an Heldentaten denken. Es reicht schon, die Nachbarin, die Mitstudentin oder die Arbeitskollegin anzusprechen, wenn wir das Gefühl haben, es sei etwas nicht in Ordnung. Anstatt sich in seine Schutzhülle zurückzuziehen und ganz automatisch auch andere dem Raubtierindividualismus zu überlassen, sind menschliche Beziehungen und Netzwerke gefragt. Fragen, reden, plaudern, seine Gefühle oder Zweifel offen formulieren. Wie wir konkret bei häuslicher Gewalt helfen können, lernen wir von Fachpersonen. Zum Beispiel heute in Eschen, FL:

Veranstaltungstipp:

Rosen, Äpfel, Buttons und Gespräche
13.30 - 14.00 Uhr, Eschen, Dorfplatz

Die Vorstandsfrauen des Frauenhauses Liechtenstein informieren persönlich über das Thema häusliche Gewalt.

Mehr zum Thema Zivilcourage finden Sie hier


Nov 25

Tag 1: Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Seit 1981 rufen Frauenorganisationen jedes Jahr am 25. November zum Aktionstag gegen Gewalt an Frauen auf. 1999 wurde der Tag von der UNO offiziell aufgenommen und als „International Day for the Elimination of Violence against Women“ weltweit ausgerufen. Das Datum beruft sich auf die Ermordung der Schwestern Mirabal aus der Dominikanischen Republik. Die drei Schwestern unterstützten die Bewegung des 14. Juni, welche den Sturz des brutalen Diktators Trujillo plante. Die Schwestern wurden am 25. November 1960, nachdem sie ihre inhaftierten Ehemänner besucht hatten, von Trujillos Truppen überfallen und brutal ermordet. Die drei Schwestern, auch bekannt als „Las Mariposas“ (Die Schmetterlinge – s. Buch von Julia Alvarez) gelten seither als Symbol für den Widerstand – und begründeten so den 25. November als internationalen Aktionstag.

Im Sinn und Geiste des 25. November steht die 16days-Kampagne. Ab heute finden überall auf der Welt Aktionstage und Kampagnen statt – bis am 10. Dezember, Menschenrechtstag. Wir alle wehren uns gegen Gewalt an Frauen, die häufigste Menschenrechtsverletzung weltweit und sensibilisieren die Gesellschaft für die Anliegen der Frauen unter dem Motto „Frauenrechte sind Menschenrechte“.

In der Schweiz gibt’s die 16-Tage Kampagne dieses Jahr zum vierten Mal. Unter dem Slogan „Ausbrechen statt aushalten“ sollen Wege aus der Gewalt aufgezeigt werden.

Was tun?

- Schliess Dich einer Gruppe an, die sich für Frauenrechte stark macht

- Setz ein Zeichen auf Facebook mit dem Picbadge

- Informiere Deine Freundinnen und Freunde über Twitter

- Spende an Frauenhäuser und Institutionen

- Besuche Veranstaltungen der 16-Tage Kampagne und bring Deine FreundInnen mit

Am heutigen Tag finden in der Schweiz über 10 Veranstaltungen zum Thema statt. Alle aufgelistet findest Du auf www.16tage.ch


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